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ES REICHT!
Es reicht!
Schwerin, den 03.11.2020

Die Karikaturen von Charlie Hebdo sind widerlich. Manche nicht einmal jugendfrei. Das ist keine Meinungsfreiheit sondern blanke Schmäh. Auch wenn mehr Gelassenheit unter Christen und Juden gelegentlich behauptet wird, dass angeblich Jesus- oder Moses-Karikaturen hingenommen würden, ist festzustellen, dass wir noch keine solche Karikaturen zu Jesus oder seiner Mutter Maria oder zu Moses (a) gesehen haben. Die Zeiten des „Stürmers“ kommen hoffentlich nie wieder. Wir würden uns gegen solche Schmäh auch gegen Jesus, Maria oder Moses (a) ausdrücklich verwahren. Es ist vielleicht nicht justitiabel, aber es ist eine Frage von Anstand und Respekt.

ABER!

Der Mord an dem Lehrer bei Paris ist absolutes Unrecht und nicht hinnehmbar. Auch das Massaker an den Machern von Charlie Hebdo ist Unrecht gewesen und ein Verbrechen, das mit Islam nicht vereinbar ist, ganz gleich, wie hässlich auch die Karikaturen waren. Unser Mitgefühl gilt den Opfern von Terrorismus und ihren Familien.

Wissen diese selbsternannten Verteidiger des Propheten (s) nicht, dass dieser ganz anders auf schlimmste Schmäh reagiert hatte? Wurde er nicht bespuckt und mit Steinen beworfen? Wurde er nicht beschimpft und beleidigt? Zwar hätten einige Sahaba gerne mit ihrem Schwerte dem ein Ende gemacht, aber der Prophet (s) hat sie zurückgehalten. Er ist ruhig geblieben und hat sogar um ihre Erleuchtung zum Herrn der Welten gebetet. Er ist uns doch Vorbild im Handeln. Für einige aber anscheinend nicht. Sie agieren wie einige der hitzköpfigen Sahaba. Wäre der Prophet (s) noch unter uns, würde er auch sie gewiss zur Raison bringen. Würden sie aber auf ihn hören, wo sie doch wissen, wie er war?

Wenn Politiker sich äußern, kann dieses durchaus auch falsch sein oder falsch verstanden werden. Ob Macron oder Erdoğan, es ist eine politische Auseinandersetzung mit Zündstoff. Und Hardliner unter den Muslimen nutzen die Gunst der Stunde genau zum Jahrestag von Charlie Hebdo. In Paris oder Nizza. In Wien. Und dasselbe tun auch die Islamhasser. Auch sie stören sich am Zusammenleben von Muslimen und Nichtmuslimen in unserer Gesellschaft. Beide Seiten brauchen einander, um die Spaltung der Gesellschaft herbeizuführen. Und sie sind auf bestem Wege das zu erreichen. Denn es fällt vielen heute schwer zu unterscheiden zwischen Muslimen und den extremen Fanatikern, die sich Muslime nennen. Es werden heute nicht mehr die Täter und ihre Hintermänner und ihre kranke „Auslegung“ von Quran und Islam verantwortlich gemacht, was eigentlich logisch wäre, sondern es werden zunehmend die Muslime, der Quran, der Islam insgesamt verantwortlich gemacht. Man hört und liest schon von der Mitverantwortung der Muslime an den Morden. Von der Gleichsetzung von Islam und Faschismus hört man längst. Muslime werden zunehmend insgesamt entmenschlicht, was zudem rassistisch ist. Das von den Terroristen ausgelegte Gift der Spaltung der Gesellschaft und das Gift der Islamhasser, deren Verteufelung der Muslime immer offener und heftiger wird, ist wie jenes Gift, welches einst in Richtung Juden ausgelegt worden ist. Die Menschen werden nach und nach reif gemacht, dass irgendwann es zur Pogromstimmung umkippen kann. Der Hass feiert Urständ. Und Hass kann töten. Und Hass tötet bereits.

Insofern sind die Morde, die von den Terroristen verübt worden sind, im Grunde Akte des Opferns von Menschenleben, um Muslime und Nichtmuslime in unserer Gesellschaft auseinander zu dividieren. Muslime sollen in dieser Gesellschaft gehasst werden. Die Saat der Terroristen, denen Menschenleben, zum größten Teil sogar muslimisches, völlig egal ist, geht langsam auf. Und gegossen wird diese Saat von den Islamhassern.

Beide brauchen einander. Beide sind Feinde des Islam und der Muslime. Beide sind Feinde der Menschen und ihres friedlichen Zusammenlebens.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass Muslime und Nichtmuslime erkennen, dass sie gleichermaßen in Gefahr sind, und dass sie enger zusammenrücken, um gemeinsam diese Saat nicht aufgehen zu lassen. Die Geschichte und der gesunde Menschenverstand und die vielen Gemeinsamkeiten der Menschen in ihren Unterschieden sollte uns allen Antrieb genug sein, diesen Spaltpilzen Terrorismus und Islamhass nicht länger Gelegenheit zu geben, ihr tückisches und toxisches Myzel auszubreiten.
 
   
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