Islamisches Zentrum Schwerin e.V.
 
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Verlautbarungen, Statements und Kommentare
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Presseerklärung, Schwerin, den 17.09.2012

Beleidigung des Propheten (s.a.s.)

Die neuerliche Beleidigung des Propheten Muhammad (s.a.s.), durch den Film  der in Amerika gedreht wurde, ist ein Verbrechen! Denn die Beleidigung seiner Person verletzt Milliarden von Menschen aufs Tiefste. Das darf nicht hingenommen werden. Das ist der Grund, warum die Muslime weltweit protestieren. Und eine Berufung auf Meinungsfreiheit oder auf künstlerische Freiheit ist pure Heuchelei und ein sich Verstecken hinter Verfassungsgrundsätze, die auch Muslime zu achten haben. Es darf niemandem gestattet sein, unter diesem Deckmantel die Persönlichkeiten, welche den Muslimen, Christen oder Juden heilig sind, bewusst zu schmähen und zu beleidigen. Aus deutscher Sicht ist die Würde des Menschen unantastbar. So sagt es das Grundgesetz. Eine kollektive Beleidigung übersteigt das Maß bei Weitem. Die Muslime haben allen Grund, sich das nicht gefallen zu lassen.

Leider ist es traurige Tatsache, dass es auch zu schrecklichen Gewaltakten kommt, bei denen sogar Tote zu beklagen sind, Muslime wie Nichtmuslime. Da werden unschuldige Menschen getötet. Hier muss klar gesagt werden, dass dies nicht der Weg des Islam ist und aufs Schärfste verurteilt wird. Hier wird das Maß bei Weitem überschritten. Gleichwohl sind die Demonstrationen und Proteste grundsätzlich nicht zu beanstanden.

Ärgerlich und infam ist hier allerdings mittlerweile, dass in den Medien überwiegend gesagt wird, dass die Islamisten zu Demonstrationen aufrufen. Danach ist jede Demonstration, jeder Protest auf der Straße pauschal islamistisch. Das kommt einem Absprechen des Rechts auf Protest und Demonstration insgesamt gleich, was aber wohl nur für Muslime gelten soll. Auch hier muss entschieden klar gemacht werden, dass Protest und Demonstrationen der Muslime vollauf berechtigt sind - allerdings ist Gewalt oder schlimmstenfalls Tötung von Menschen zu verurteilen. Wir Muslime sind in unserem Protest zu Mäßigung und zum Anstand verpflichtet.

Islamisches Zentrum Schwerin e.V.

und

Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands 

 



Statement der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands (IGS) zur Initiative Sicherheitspartnerschaft des BMI:

Initiative Sicherheitspartnerschaft des Bundesministeriums des Innern
 
Die muslimischen Dachorganisationen DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V.), VIKZ(Verband der Islamischen Kulturzentren e. V.), ZMD(Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.) und IGBD(Islamische Gemeinschaft der Bosniaken in Deutschland e.V.) haben ihre Kooperation mit dem BMI „auf Eis“ gelegt. Denn die muslimischen Kooperationspartner sahen sich schon seit geraumer Zeit und zuletzt angesichts einer Plakataktion ähnlich einer kriminalistischen Fahndung nicht mehr in der Lage, diese Kooperation aufrecht zu erhalten. Nach Auffassung der muslimischen Verbände fand bisher keine echte Kooperation auf Augenhöhe statt und alle Kritik und Zuarbeit im Interesse der Muslime und der Gesellschaft verhallten ungehört bzw. fanden keine Berücksichtigung, während das BMI in Beantwortung eines Schreibens der Muslime verlauten lässt, dass die Beweggründe für diesen Schritt nicht überzeugen würden.
 
Dazu nehmen wir wie folgt Stellung:
 
Wenn eine Kooperationspartnerschaft darin bestehen soll, dass die Muslime eher Statisten sein sollen, die mitmachen, was vorgegeben wird, statt dass sie nach innen und außen erkennbar als Kooperationspartner in Erscheinung treten, indem auch ihre Handschrift von Beginn bis zum Ergebnis zu spüren ist, dann wird der Begriff Partnerschaft fraglich.
 
Wenn offene, klare und sachliche Kritik seitens der Muslime damit beantwortet wird, dass diese nicht überzeigend sei, dann muss gefragt werden, was nach Auffassung des BMI außer Kritik und Darlegung der muslimischen Befindlichkeiten überzeugen würde. Auch hierin wird der Begriff Partnerschaft fragwürdig.
 
Wenn eine Plakataktion trotz vom BMI bestrittener Kritik seitens der Muslime ohne Rücksicht darauf initiiert wird, in der Muslime abgebildet werden ähnlich wie bei Fahndungen, dann geht eine solche Plakataktion an den Muslimen vorbei mit dem bitteren Beigeschmack, dass hier Muslime gegen ihren Willen quasi zur Fahndung ausgeschrieben werden.
 
Durch gleichen Text und bloßes Austauschen von Vornamen wird der Eindruck erweckt, dass hier eigentlich egal ist, welcher Name da steht, welches Foto zu sehen ist und somit das ganze nahezu beliebig austauschbar wird. Es kann jetzt jeder Muslim oder jede Muslima dort zu finden sein. Dann wird das Ganze zu einer pauschalen Fahndung nach dem Muslim oder der vordergründig Kopftuch tragenden Muslima schlechthin, was dann nur noch dem islamophoben Generalverdacht zuarbeitet.
 
Im stets gleichlautenden Text fällt vor allem der Satz auf „Ich habe Angst, ihn [oder sie] ganz zu verlieren – an religiöse Fanatiker und Terrorgruppen“ mit der Aufforderung, bestimmte Telefonnummern anzurufen. Hier besteht nach unserer Auffassung vor allem die Gefahr, dass nun eigentlich jeder Moscheebesuch eines jungen Menschen einen solchen Telefonanruf nach sich ziehen kann. Hier wird nicht tatsächliche Gefährdung sondern allgemeine und diffuse Angst und pauschale Vorverdächtigung bereits zum Maßstab Gefahr abwendenden Handelns, was damit nicht abzuschätzende denunziatorische Dimensionen erreichen würde. Welche Moschee ohnehin unter Beobachtung steht und welche nicht, kann der normale Bürger nicht ermessen. „Religiöse Fanatiker“ und „Terrorgruppen“ werden zudem in einem Atemzug auf gleiche Ebene gestellt. Solche Begriffe wie „religiöse Fanatiker“ sind indes nicht klar definiert und somit höchst schwammig. Wer legt fest, was ein religiöser Fanatiker ist? In den Augen vieler Menschen kann das schon jemand sein, der für seinen Glauben konsequent lebt. Man gilt schon als strenggläubig, wenn man nur seine Gebete konsequent verrichtet und im Ramadan fastet. Jedes proislamische Wort in Gespräch und Disput kann schon als fanatisch gesehen werden in einer Gesellschaft mit verbreitetem Atheismus und zunehmender Islamophobie, nicht selten verursacht durch Kampagnen und medialen Veröffentlichungen. Dies sind Erfahrungen, die wohl jeder Muslim schon gemacht hat. Die Initiatoren der Kampagne sollten daran interessiert sein, was Muslime hierzu sagen und entsprechend überlegen, ob es nicht doch bessere Wege gibt als einen schon rein optisch fragwürdig erscheinenden Aushang, der fatal an eine öffentliche Fahndung erinnert. Diese Kampagne geht an den Muslimen vorbei und macht sie schon rein optisch zu allgemeinen Fahndungsobjekten.
 
Somit ist der Schritt der muslimischen Verbände nachvollziehbar und konsequent, da Muslime nicht bereit sein können, solche Kampagnen in dieser Form zu unterstützen. Eine sinnvolle und allen uns gemeinsam und gleichermaßen betreffende Partnerschaft in Sachen Sicherheit hat nur dann Erfolg, wenn diese Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe besteht und nicht einseitig gewichtet ist. Wir Muslime wollen loyale Bürger dieses Landes sein und sind loyale Bürger. Sicherheit geht uns alle an. Extremisten aller Couleur bedrohen uns alle. Insofern wäre es dringend notwendig, dass echte Partnerschaft entsteht, um gemeinsam Terrorismus und fanatischem Extremismus der Kampf anzusagen. Wenn man aufeinander zugeht, kann das gelingen, nicht aber, wenn ein Partner nur eine untergeordnete Rolle spielen soll und eigentlich nichts zu sagen hat. Eine Rechnung kann nicht ohne den Wirt gemacht werden. Dann ist ein Scheitern vorprogrammiert. Spätestens dann muss überlegt werden, ob man auf der bisherigen Art und Weise beharrt oder überlegen muss, wie Partnerschaft doch zustande kommen kann, die so dringend geboten ist. Im Interesse des Sicherheitsbedürfnisses aller Bürger dieses Landes.
 
Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands e.V.
Der Vorstand



Timbuktu ist in Bamian ...

Grabmoscheen wurden in Mekka geschliffen, die weltweit größte Buddhastatue im afghanischen Bamian, Kulturerbe der Menschheit, und nun
Timbuktu, einst eine Hochburg islamischer Gelehrsamkeit, die man auch die Stadt der 333 Heiligen
nennt, ist auf einmal in akuter Gefahr!

Fanatische "Gottekrieger" halten Einzug in diese altehrwürdige Stadt, deren Name genau wie Baghdad, Samarkand, Buchara, Isfahan oder Mekka einen schönen und ehrwürdigen Klang hat. Aber überall, wo die Herren salafisisch-wahhabitisch ausgerichtet sind, geht der Ungeist der Kulturbarberei um. Schiiten können davon ein Lied singen. Diesen Leuten ist nichts heilig. Auch Grabmoscheen islamischer Größen werden angetastet. Warum auch, dam man ja einst auch solches in Mekka anrichtete. Jetzt hat man bereits die Gramoscheen von   
Sidi Mahmoud Cheikh Sidi El Mokhtar Ben Sidi Mohammed und Alpha Moya Lamtoumi zerstört. Man will in kurzer Zeit ALLE dieser alten Baudenkmäler schleifen. Es wird damit unwiederbringlich Menschheitskultur zerstört. Das macht traurig und wütend zugleich. Jeglicher Respekt vor aller Kultur wird über Bord geworfen. Hass und Gewalt kehren ein. ... Kein Wunder, wenn die Menschen Angst vor Muslimen haben. Diese Barbaren machen vor nichts und niemandem Halt. Und das alles im Namen des Islams, im Namen Allahs. Diese Leute sind Feinde des Islam, Spaltpilz im Islam. Diese Leute sind gefährlich. Sie machen genau das Gegenteil von allem, was Allah und Sein Prophet den Menschen ans Herz gelegt haben. ... Solcher Barberei muss entgegen getreten werden. Und unser Mitgefühl gilt der unter solcher Gewaltherrschaft leidenden Bevölkerung, die zudem gerade von dort z.T. vertrieben wird, nämlich v.a. den Tuareg. 


Schwerin, den 01.07.2012


Was läuft da ab? ...

Das Kölner Urteil über die Beschneidung von Jungen, einer jahrtausendealten Kultur, welche von Juden und Muslimen in abrahamitischer Tradition vollziehen, ist ein Skandal! Wir können uns nur den Protesten der Muslime und Juden anschließen. Alle muslimischen
Dachverbände, auch der schiitische, und der Zentralrat der Juden in Deutschland sind sich hierin völlig einig, dass ein derartiges Urteil zu einer Rechtsunsicherheit von Millionen führt. Mehr noch, Deutschland ist das einzige Land auf der Welt, in dem ein solches Urteil gefällt wurde. Und es besteht ein bitterer Beogeschmack, dass ausgerechnet in dem Land, in dem Juden unvorstellbares Leid angetan worden ist und sie ihrer Rechte beraubt worden sind, ein solchs Urteil möglich ist. Damit wid ja geradezu erklärt, dass jüdisches und islamisches religiöses Leben in Deutschland unerwünscht ist? Muslimen wie Juden wird etwas zugemutet, was am Ende sogar demokratische Grundrechte negiert. Denn Artikel 4 des Grundgesetzes wird hier einfach ausgehebelt. Das lässt erahnen, was uns allen womöglich noch bevorsteht? Dieser Weg ist kein guter. Und Integration wird hier mit Füßen getreten. Diskriminierung per Gesetz? Gott bewahre! Besondes in Deutschland!

Haiko Hasan Hoffmann
Vorsitzender

Schwerin, den 29.06.2012


Statement um Anschlag auf die schiitische Moschee ar-Rida in Brüssel und zum Tode des Imams der Moschee

Martyrium inmitten Europas

Ein Mensch musste sterben, wohl weil er Schiit war. Eine Moschee brannte aus, wohl weil sie eine schiitische war. Ein wohl salafistischer Schiitenhasser wurde festgenommen, weil er seinen Hass mitten in Europa in die Tat umsetzte. Tödlichen Hass.

Der Schmerz um unseren Bruder ist groß. Inna lillahi wa inna ilayhi rajioun! (Wir gehören Gott und zu Ihm kehren wir zurück!)

Wird jetzt auch in Europa versucht, Sunniten und Schiiten gegeneinander aufzuhetzen? Wird der seit längerem für Machtgelüste vorgeschobene angebliche Sunniten-Schiiten-Konflikt jetzt auch nach Europa getragen?

Es sind aber nicht die Sunniten, die hier gegen ihre schiitischen Geschwister hetzen und nach ihrem Leben trachten. Es sind Extreme im Muslim-Gewand, die in Wahrheit die Feinde aller Muslime sind mit ihrer Menschenverachtung, Brutalität und Gottlosigkeit. Sie sind erklärte Feinde aller, die nicht ihrem zerstörerischen Weg folgen wollen. Feinde aller derjenigen Muslime, die in ihren Augen keine Rechtgläubigen sind. Feinde der Andersgläubige, die nach ihrer  Meinung sterben müssen.

Denn es wäre Gotteslästerung, wenn das, was diese Verbrecher und ihre geistigen Hintermänner tun, islamische Pflicht sei. Solch Hass ist nur möglich, wo Allahs Weg verlassen wird und Angst und Schrecken zur heiligen Pflicht erhoben werden. So etwas Furchtbares ist nur möglich, wo die Würde des Menschen angetastet wird, obwohl Imam Ali (as) einstmals sagte: „und wisse Malik, dass die Menschen entweder deine Geschwister im Glauben oder deine Ebenwertigen in der Schöpfung sind.“

Jeder Angriff auf ein Gotteshaus und ihre Besucher ist ein Angriff auf uns alle, gleich welcher Richtung oder Religion.

Umso wichtiger ist es, das zu erkennen und dem Spaltpilz entgegenzutreten. Lasst uns nicht entzweien und die Muslime nicht gegeneinander aufhetzen! Sorgt dafür, dass sich der Virus des Hasses nicht ausbreitet und wehret den Anfängen von Intoleranz und Menschenverachtung. Denn Brüssel ist nicht weit! Sorgt für sozialen und religiösen Frieden. Denn nur so können wir alle zusammenleben, egal wie unterschiedlich wir auch sein mögen. In einer menschlichen Gesellschaft. Auch in unserer Stadt Schwerin.

Das Islamische Zentrum Schwerin verurteilt den Brüsseler Terroranschlag auf das Schärfst
 
   
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