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6. Imām Ǧaʿfar ibn Muḥammad aṣ-Ṣādiq (as)

 

 



Dschafar al-Sadiq (a.)

Aussprache: dscha'far as-sadiq
arabisch: جعفر الصادق
persisch: جعفر الصادق
englisch: Jafar al-Sadiq

17.3.83 - 15.10.148 n.d.H.
23.4.702 - 7.12.765 n.Chr.
Imam Dscha´far ibn Muhammad al-Sadiq (a.) ist der 6. Imam der Zwölf Imame. Sein Vater ist Imam Baqir (a.), seine Mutter ist Umm Farwa.

Er lebte in einer Zeit des Machtkampfes und Herrschaftswechsel von den Umayyaden zu den Abbasiden. In diesem Machtvakuum konnte er viele Gelehrte ausbilden. Die Gelehrten haben von keinem Mitglied der Ahl-ul-Bait so viel überliefert wie von ihm.

Er wurde in Medina geboren am 17. Rabi-ul-Awwal im Jahre 83 n.d.H. (702 n.Chr.) , und er starb am 15. Schawwal im Jahre 148 n.d.H. (765) im Alter von 65. Er wurde auf dem Friedhof Dschannat-ul-Baqi neben seinem Vater bestattet. Sein Imamat dauerte 34 Jahre an.

Er pflegte über sich und seinen Vater (a.) zu sagen: "Meine Überlieferung ist die Überlieferung meines Vaters; die Überlieferungen meines Vaters sind die Überlieferungen meines Großvaters; die Überlieferungen meines Großvaters sind die Überlieferungen von Ali ibn Abu Talib, dem Fürsten der Gläubigen; die Überlieferungen von Ali, dem Fürsten der Gläubigen sind die Überlieferungen des Gesandten Allahs (s.), und die Überlieferungen des Gesandten Allahs (s.) sind die Rede ALLAHs, des Allmächtigen und Erhabenen."

Abu Hamza al-Thumali überlieferte von Abu Abdillah Dscha´far ibn Muhammad (a.): "Ich hörte ihn sagen: 'Die Gesetzestafeln Moses (a.) sind bei uns, und wir haben den Stab Moses (a.). Wir sind die Erben der Propheten".

Unter dem, was von Imam Sadiq, a. bewahrt wurde hinsichtlich der Notwendigkeit der Erkenntnis ALLAHs und seiner Religion, ist sein Ausspruch: „Ich fand das notwendige Wissen aller Menschen in vier Aspekten zusammengefasst:
Du musst deinen Herrn kennen,
Du musst wissen, was Er für dich getan hat,
Du musst wissen, was Er von Dir will,
Du musst wissen, was dich aus deiner Religion heraustreiben könnte."

Imam Sadiqs (a.) Aussagen umfassen zahlreiche Aspekte der Erkenntnis. Er sagte zu Hischam ibn al-Hakam: „ALLAH, Mächtig und erhaben ist Er, soll nicht mit irgendetwas verglichen werden, noch soll irgendetwas mit Ihm verglichen werden. Alles, was in den Bereich der Vorstellung fällt, ist etwas anderes als ALLAH.“

Imam Sadiq war auch Lehrer zahlreicher Gelehrter, auf die später die sunnitischen Rechtsschulen zurückgeführt werden, wie z.B. Abu Hanifa. Imam Sadiq (a.) kritisierte seinen Schüler, weil dieser den Vergleichsschluss [qiyas] einführte wohingegen Imam Sadiq (a.) ihm den Vernunftschluss [aql] gelehrt hatte.

Eine Zeitgenossen forderten Imam Sadiq (a.) zum bewaffneten Widerstand gegen das Unrecht auf, wie z.B. Sahl Chorrosani. Aber Imam Sadiq, bewies diesen Leuten, wie wenig sie den Islam und die Liebe zu Ahl-ul-Bait (a.) verstanden hatten.

Imam Sadiq (a.) wurde von im Jahre 148 n.d.H. (765) von Mansur vergiftet und in Dschannat-ul-Baqi begraben.

Imam Sadiq (a.) hatte zehn Kinder:
Ismail (der früh verstarb, woraus sich die Ismaeliten entwickelten)
Abdullah (der das Imamat unrechtmäßig beanspruchte)
Umm Farwa

Die Mutter dieser drei war Fatima bint Hussain ibn Ali ibn Hussain ibn Ali ibn Abu Talib (a.).
Imam Musa al-Qadhim (a.)
Ishaq (der seinen Bruder unterstützte)
Muhammad der einen bewaffneten Aufstand gegen Mamun führte

Alle drei waren Kinder der befreiten Sklavin Hamida.
Al-Abbas, ein bekannter Überlieferer
Ali, ein bekannter Überlieferer
Asma’
Fatima

Alle hatten verschiedene Mütter.

Nach Imam Sadiqs (a.) Ableben folgte ein Teil seiner Anhänger gemäß seinen Anweisungen seinem Sohn Imam Musa al-Qadhim (a.) als Nachfolger. Der Rest teilte sich in zwei Gruppen. Eine Gruppe behauptete, dass Ismail ibn Dschafar noch am Leben sei, da der älteste Sohn das Anrecht auf die Nachfolge habe, eine Behauptung, die weder von den Propheten noch von den Imamen jemals gelehrt wurde. Eine andere Gruppe akzeptierte zwar, dass Ismail ibn Dschafar verstorben sei, erklärte aber seinen Sohn Muhammad ibn Isma´il zum Imam mit der Behauptung, dass das Imamat seinem Vater Ismail ibn Dschafar zugestanden hätte, und dass ein Sohn ein größeres Anrecht darauf habe, das Imamat anzutreten, als der Bruder. Diese beiden Gruppen wurden damals Ismaeliten genannt. Diejenigen, die heute noch bekannt sind, sind diejenigen, die behaupten, dass das Imamat nach Ismail ibn Dschafar seinem Sohn zugestanden hätte und dem Sohn seines Sohnes bis an das Ende aller Zeiten.

[mit freundlicher Genehmigung von www.eslam.de; Bildnachweis: mit freundlicher Genehmigung von www.rafed.net ]

 
   
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